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MNA-Projekte-Zahnprojekt-Bericht
Bericht eines zahnärztlichen Einsatzes in Albanien
Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan.
Matth. 25,40
Unter diesem Motto stand unser 14-tägiger Herbsteinsatz
in Pogradec und Umgebung. Als Zahnarzt denkt man, daß
es auf dem Missionsfeld für uns nichts zu arbeiten gibt.
Ich kann Euch sagen: es gibt viel zu tun. Seit 1996 betreue ich
ein zahnärztliches Projekt von MNA in Albanien und versuche
für 2 Einsätze a 14 Tage im Jahr nach Pogradec zu reisen.
Nach 1997 änderte sich unsere Einsatzstrategie, da sich
die Umstände vor Ort verändert haben. Es gibt seither
am Tage stundenweise kein Wasser und keinen Strom. Große
Behandlungsstühle können nicht arbeiten. Da kam die
Frage, wie kann ich da noch sinnvoll helfen? Mir kam die
Idee, mit Exkavatoren (Handinstrumenten) und Zementen zumindest
die Zahnlöcher zu füllen.
Im Frühjahr 1999 bekam ich die Gelegenheit, in Pogradec
in der Nehemia-Schule die Schüler zu behandeln. Mit
Helfern und Dolmetschern schauten wir uns jeden Zahn an und
waren entsetzt, wie viele Löcher und zerstörte Zähne
es bei den Kindern schon in der ersten Klasse gab.
Wir dokumentierten die Befunde und fingen an, mit unserer
Methode die Zähne zu füllen. Nach einem Index DMFT (dicayed
missing filled tooth) - d.h. zerstörte, fehlende und
gefüllte Zähne - ergab die Auswertung, das dieser Index
bei 8 lag. Das bedeutet, dass bei jedem Kind von den 200
Kindern die wir in diesem Einsatz behandelt haben 8 Zähne
kariös angegriffen waren (in Deutschland liegt dieser
Index bei 2). Die Schlussfolgerung für uns war: wir sind
hier schon zu spät. Wir müssten noch zeitiger anfangen.
In diesem Jahr haben wir das Angebot bekommen in einem Kindergarten
zu behandeln. Mit einer albanischen Zahnarztstudentin fingen
wir mit Prophylaxe, Demonstration und praktischen Übungen
des Zähneputzens an. Dann wollten wir die Kinder behandeln.
Durch eine wunderbare Zusammenarbeit mit mehreren christlichen
Organisationen vor Ort gelang uns ein reibungsloses zügiges
Behandeln der Kinder.
Einer stellte uns einen Raum zur Verfügung, der nächste
brachte uns Tische, auf die wir die Kinder legen konnten und wieder
Andere brachten mit Fahrzeugen die Kinder zu uns. Die Kindergärtnerin
hielt Händchen und wir waren am Ende erstaunt, was wir
in einer so kurzen Zeit erreicht haben. 54 Kinder in zwei
Tagen mit so vielen Löchern, wenn da nicht der heilige Geist
mit am Werk war?
Heute können wir schon ernten, was wir in den letzten vier
Einsätzen gesät haben. Die Schüler der jetzigen
3.Klasse, die von uns betreut wurden, haben kaum noch Karies
und die Kinder der 4. und 5. Klasse haben nun einen Index von
3. Ist das nicht eine Riesenernte? Unsere Arbeit soll expandieren,
und das macht sie auch. Wir haben zum erstenmal in zwei Bergdörfern
gearbeitet, welche uns um Hilfe gebeten hatten. Im Hintergrund
sind es christliche Organisationen, die von unserer Arbeit gehört
haben und Anfragen gestellt haben.
Und wieder gab es keine Schwierigkeiten bei der Motorisierung.
Um in die Bergdörfer zu gelangen, muss man mit Jeeps
Stunden fahren. Von einer Organisation bekamen wir das Auto und
von einer anderen den ortskundigen Fahrer. Die nächste
Organisation stellte uns die Küche zur Verfügung, damit wir
dort die Tische und Stühle zur Behandlung nutzen durften.
Dann haben wir noch einen richtigen Liebesdienst getan und sind
zu den Lahmen in die Häuser gegangen und haben mit Hilfe
der Angehörigen Behinderten die Zähne repariert.
Es hört sich alles gut an, aber ich kann Euch auch sagen,
dass diese Arbeit sehr anstrengend war - und trotzdem sind
wir jeden Morgen nach dem Gebet mit guter Laune und Freude
an die Arbeit gegangen. Dank der wunderbaren Zusammenarbeit
von Vielen konnte auch viel geschafft werden.
Ich wünsche jedem in seinem Dienst, daß er die Saat
aufgehen sieht und die Ernte reich einfahren kann.
Mit vielen lieben Grüßen
Angelika Pankrath
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