medizinische nothilfe albanien

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MNA-Projekt-Orthopädieprojekt

Im Oktober 2005 fiel nach einjähriger Aufbauphase der Startschuss für die erste nichtstaatliche Orthopädiewerkstatt in Albanien. Vielen Menschen konnte in den letzten Jahren mit einer individuell angefertigten Prothese, Orthese oder einem anderen Hilfsmittel eine neue Lebensperspektive gegeben werden. War zu Beginn der Arbeit Greta Cobani die erste Mitarbeiterin, so kam im November 2006 Juxhin Mitrollari als zweiter Azubi für die OT neben Greta hinzu.

Die Notwendigkeit, Albaner zu Orthopädietechnikern auszubilden, war ein Hauptgrund und Ziel der MNA, um die OT-Werkstatt in Albanien zu installieren. Für die MNA war der Beginn einer Ausbildung fast unmöglich. Umso mehr war es Gottes Führung, als im August 2006 die Organisation Handicap International einen Vertrag mit dem albanischen Gesundheitsministerium schloss, um die erste OT-Ausbildung im November 2006 in Albanien seit Bestehen der Republik zu beginnen. Die Ausbildung wurde im dualen System durchgeführt. Für die insgesamt sechs Studenten aus ganz Albanien bedeutete dies, einmal im Monat für eine Woche an der Theorie in Tirana teilzunehmen und die Praxis in ihren jeweiligen Werkstätten Kukes, Tirana oder Pogradec zu erlernen.

Greta Cobani und Juxhin Mitrollari wurden nach Probepraktikas von der MNA ausgewählt und haben die Module der „Prothetik obere und untere Extremität“ von November 2006 - November 2009 mit Prüfungen in Theorie und Praxis erfolgreich abgeschlossen. Seit dem arbeiten beide in großer Eigenverantwortung als „OT-Techniker für Prothetik“ mit anerkanntem Diplom in der MNA-Werkstatt und leisten eine hervorragende Arbeit.

In jedem Jahr konnten wir einen großen Zuwachs an Patienten erleben. Besonders der Orthetikbereich hat seit dem Jahr 2010 Jahr sehr zugenommen, aber auch die Versorgung mit Armprothesen wächst stetig. Anders als in den vorigen Jahren hat die Zahl der gefertigten Orthesen die der Prothesen in unserer Werkstatt übertroffen. Viele Kinder erhielten durch die Herstellung einer individuell angefertigten Orthese eine notwendige Hilfe, um mit „beiden Beinen“ im Leben zu stehen und Sicherheit zu gewinnen.

Anders als in Deutschland benötigt es viel Eigeninitiative der Eltern, damit Kinder mit Hemiparesen (Halbseitenlähmung), cerebralen Paresen (Bewegungsstörung) und vielen anderen Störungen gefördert und therapeutisch behandelt werden können. Physiotherapie ist in Albanien noch in der Entwicklung, das Angebot entsprechend begrenzt. Häufig ist es sehr herausfordernd und fast unmöglich für die betroffenen Familien, eine dauerhafte Therapie über Jahre durchzuführen. Die nächste Möglichkeit einer PT ist nicht selten nur mit stunden- oder tagelanger Wegstrecke verbunden. Entsprechend erleben wir die meisten Fortschritte bei den Kindern, die die Möglichkeit der PT haben und denen sich in Ergänzung mit Orthesen eine ganz neue Perspektive eröffnet.

Sonila Cobani war die erste Physiotherapeutin in unserem Zentrum, die von der deutschen Physiotherapeutin Ira Hauptman innerhalb eines Jahres bis zum Juli 2007 weitergebildet wurde. Seit dem 01.11.2010 arbeitet Erjola Shkulaku in der Physiotherapie. Erjola wurde von der MNA im Bergdorf Bishnica zur Krankenpflegehelferin ausgebildet. Sie hatte die Grundvoraussetzung, um in der PT von Sonila weitergeschult zu werden.

Mit dem Wachstum der Arbeit und dem Zulauf an Patienten sehen wir auch weitere Bedürfnisse. Ein größeres Gebäude ist notwendig, um die Arbeit daraufhin auszurichten. Gerne möchten wir den vielen Patienten mit stundenlangen Anfahrtswegen die Gelegenheit anbieten, sie für mehrere Tage in unserem Zentrum stationär aufzunehmen.

In all dem ist die stetige Entwicklung in unserer Arbeit zu sehen, und wir sind voller Hoffnung, dass wir auch weiterhin vielen Menschen in Albanien in ihrer Not durch unseren Dienst neuen Lebensmut schenken können.

Anke Nicolaus, OT-Leiterin der Orthopädiewerkstatt Pogradec

Kleine...
...und Große...
...und ganz Kleine...
...kommen mit Sorgfalt...
...wieder auf die Beine...
...oder lernen wieder neu...
...das Leben zu ergreifen.
 

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